Shaktoolik's A'Bumper

Von Dr. Detlef Oyen

Liest man einmal die Ahnentafeln der erfolgreichen Shaktoolik-Hunde, so findet man in den meisten den Namen "Shaktoolik's A'Bumper". In der Tat war Bumper bislang der wichtigste und prägendste Zuchtrüde in meinem Zwinger.



Bumper stammt aus meinem A-Wurf aus dem Jahr 1988, aber die Bumper-Story beginnt mit dem Kauf seines Vaters Fant.
Fant kam im Sommer 1987 aus Norwegen zu mir.
Sein Züchter war Stein Havard Fjestad (mehrfacher Finn- mark -Löppet-Sieger). Fant stand im Zwinger von Magnar Aasheim und war einer von vier Siberians im Gespann von Magnar, das im März 1987 Zweiter der offenen Klasse in der Norwegischen Meisterschaft wurde. Sein Pedigree war mehr als interessant: 100 Prozent reinstes Zero, ingezüchtet auf den berühmten Zero's Bumper. Alle Eltern und Großeltern waren Top-Rennhunde in Norwegen. Bumpers Mutter Freya stammte aus dem Kennel Nome in Dänemark und war mein erster Importhund und meine erste Leaderin. Freya hatte ebenfalls mehr als 70 Prozent Zero-Anteil, davon einen beträchtlichen Teil direkten, durch Inzucht fixierten Zero's Bumper-Hintergrund.

Mein erster Wurf war damit eine gezielte strenge Linienzucht auf den berühmten Zero's Bumper.

In meinem Zwinger blieben die drei Rüden Bumper, Midnite und Harris. Sie begleiteten mich und führten als Leader das Gespann von der 6-Hunde-Klasse in die offene Klasse.

Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass die selbsternannten "Puristen" der Sibirier-Szene beim Anblick von Fant, Bumper und Harris aufgeschrieen haben, sah dieser neue Hundetyp doch so anders aus als die Schau-Hunde, die Ende der 80er Jahre überwiegend auf den Rennplätzen zu sehen waren.

Bumper entwickelte sich jedenfalls von Anfang an zu einem Top-Hund. Anfangs schien Midnite der bessere Leader zu sein, aber schon nach der Hälfte der ersten Saison war klar, wer der beste Hund aus dem Wurf war. Die erste IFSS- Weltmeisterschaft 1990 in Sils fuhr ich in der 6-Hunde- Klasse mit Bumper in Lead und seinen Brüdern Midnite und Harris im Team.

Ab 1992 war Bumper der Top-Leader im offenen Gespann. In meiner Sprint-Zeit (1991-1995) war Bumper als Leader zusammen mit Zero's Mixer und Volkovoj's Lara dass Maß aller Dinge. Das Gespann platzierte sich in den offenen Rennen gegen die Alaskans mehrfach unter den ersten Fünf.

Bumper war der härteste Arbeiter im Team - gleich, welche Position er lief. Es gab für ihn in meinem Team keine Probleme mit dem Speed. Am besten harmonierte er mit der North-American-Leaderin Mixer. Bumper ging immer, ob flach, ob bergig, ob fester Trail oder tiefer Trail.

Auf seine alten Tage lief er 1996 und 1997 noch zweimal das Alpentrail im limitierten Team. Im Rudel war er ein ange- nehmer Hund, der Streit aus dem Weg ging. Mich hat er geliebt. Er war gehorsam und führig in einer Weise, wie ich es vorher eigentlich nur selten bei einem Siberian gesehen habe. Als Rennhund war er einer der besten Hunde, die ich je gefahren habe.

Als Zuchthund war er unumstritten der Beste von Allen!
Eigentlich sollte er nur der Stellvertreter seines früh ge- storbenen Vaters Fant sein, der mir nur vier Nachkommen aus zwei Würfen hinterließ. Bumper war als Rennhund viel besser als sein Vater, als Zuchtrüde wuchs er schnell aus der Stellvertreter-Rolle hinaus.

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Aus nahezu jedem Wurf blieben mehrere Hunde in meinem Zwinger und in meinem Team. Herausheben möchte ich die Würfe mit Volkovoj's Lara und Zero's Mixer sowie die beiden Würfe mit Vargteam's Rusla.

Aus diesen Würfen bekam ich Hunde, die für das Team und die Zucht rückblickend unersetzlich waren: Rae, Sundown, Darkness, Dawn und Buffy.



Mein Top-Team der Jahre 1997-2000, das auf allen Strecken von Sprint bis Scandream überzeugte, bestand zu mehr als 50 Prozent aus Bumper-Kindern. Seit dem Jahr 2001 ist das Team im Neuaufbau. Sundown, Darkness und Buffy laufen als Neunjährige immer noch, neben ihnen Bumper-Enkel und -Urenkel.

Züchterisch wird die Linie fortgesetzt durch die beiden auf Bumper eingezüchteten Rüden Sergeant Pepper und Noodle. Sergeant ist jetzt acht Jahre alt und blickt auf fünf Alpentrails, ein Scandream und viele Sprint-Erfolge zurück. Er ist der Vater meiner derzeitigen Top-Leader und der Großvater meiner besten Yearlings seit Jahren.

Qualität setzt sich eben über inzwischen vier bis fünf Generationen durch, wenn die Zuchthunde gnadenlos selektiert werden. Noodle ist ein Vollbruder zu Sergeant aus einer Wurfwiederholung. Er war der einzige Yearling, der in der vergangenen Saison alle Rennen in meinem ersten Team laufen konnte. Wenn er im nächsten Jahr zeigt, dass er auch Distanz laufen kann, ist er sogar besser als Sergeant.

Bumper ist im März dieses Jahr gestorben. Kurz zuvor habe ich spaßeshalber einmal durchgezählt, wie viele meiner Hunde Nachkommen von ihm sind: es waren 36 von 52 Hunden im Zwinger (bei dieser Zahl sind übrigens Rentner und Welpen mitgezählt). In anderen Zwingern hat Bumper natürlich auch gedeckt. Interessant war zu sehen, dass die Qualität der Hündinnen fast keine Rolle spielte. Er setzte sich genetisch eigentlich immer durch (was angesichts seiner Herkunft aus einer strengen Linienzucht/Inzucht auch nicht verwundert). In den 90er Jahren gab es einige Teams, die überwiegend mit Bumper-Nachkommen erfolgreich waren.

Ich habe seinerzeit (ab 1985) meine Zucht mit Zero-Hunden aus Norwegen und von Harris Dunlap direkt aufgebaut. Dabei habe ich stets darauf geachtet, dass ich auch andere Linien im Zwinger hatte. Heute habe ich eine eigene Linie. Aber der Zero-Anteil wird in erster Linie durch Shaktoolik's Bumper verkörpert und durch seine Nachkommen weitergetragen.