Wingasheek's
Chewbacca
Manfred
Witschel
(veröffentlicht
im SHC-Aktuell Nr. 6 - August 1997)

Dieser Hund
mit dem Rufnamen "Chew" fiel uns auf, weil er als einziger Rüde neben
lauter Hündinnen in Mark Levitskys Siberian- Husky-Team übrig blieb, als dieses
den sechsten Platz beim "Race to the Skye" über 300 Meilen in Montana
belegte. In jungen Jahren war Chew von seinem Züchter Ralf Whitten in 6- und 8-Hunde
Sprintrennen mit besonderem Erfolg eingesetzt worden, bevor er mit etlichen seiner
Wurfgeschwister an Mark Levitsky verkauft wurde. Mark versuchte zu dieser Zeit
aus Sprinthunden ein kon- kurrenzfähiges Distanzteam aufzubauen. Da er neben Schnelligkeit
und Ausdauer auch Haltbarkeit bewiesen hatte - in de USA eine rühmliche Ausnahme
für einen Hund mit Zero-Blutanteil - war er für uns als potentieller Deckrüde
interessant. Nachdem seine HD- und Augenuntersuchungen zu unserer Zufriedenheit
ausgefallen waren, kauften wir ihn telefonisch während des Sommers.
Im darauf folgenden Winter übergab uns Mark diesen Hund, nach- dem er ihn noch
im "Elton 80" (2 mal 40 Meilen) benutzt hatte. Das war genau eine Woche
vor dem "
Beargrease
130" Rennen, in dem Anneliese gemeldet hatte. Als sich einer der Haupthunde
aus Annelieses Gespann während der Woche einen Nagel aus- riss, musste kurzfristig
Chew einspringen, obwohl Mark ihn in dieser Saison nur für 50 Meilen trainiert
hatte. Selbst auf die Gefahr hin, dass er an einem späteren Checkpoint abgegeben
werden müsste, entschloss sich Anneliese, sich auf seine Härte und Erfahrung zu
verlassen. Auf jeden Fall würde seine Kraft eine große Hilfe über die erste Hälfte
der Strecke in den Bergen sein. In der Nacht während des Rennens fiel die Temperatur
auf Minus 35 Grad Celsius. Auf einem fest gepackten Trail erlebte Chew zusammen
mit den anderen Alka-Shan-Teamkollegen seinen größten Erfolg. Mit 10 Hunden gestartet
und mit allen, ohne Ausfall, im Ziel angekommen, belegte Anneliese als einziges
Siberian Husky Team unter 28 Teilnehmern den zweiten Platz.
Zurück in Deutschland durfte Chew nun für die Erweiterung des Siberian Husky Genpools
sorgen. Dies tat er auch mit großer Begeisterung und ausgesprochen erfolgreich,
wie seine leistungsstarken Nachkommen beweisen. Er selbst schulte wieder zum Sprinthund
um und half das C-Gespann von Marco Pilz zu verstärken. Seine Laufbegeisterung
war trotz seiner 11 Jahre unge- brochen. Er bestand lange Zeit darauf, weiter
im Training mit dabei zu sein und für einen Hundeathleten seines Alters ist sein
Körper erstaunlich elastisch geblieben.