Hercules of Sepp-Alta

Anneliese Braun-Witschel
Homepage www.alka-shan.de
 
(veröffentlicht im SHC-Aktuell Nr. 8 - November 1999)

 
Foto: Seppala Siberian Sleddog Information

Hercules of Sepp-Alta
(Rufname Hank) war ein typischer, ausbalancierter, starkknochiger Vertreter der Seppala-Linie mit ausgeprägter Leistungsbereitschaft und Härte. Nach der Definition von Doug Willett gehörte er zu den reinblütigen Seppalas mit einem Mindestblutanteil von 99,5 %.

"Eine Seppala Linie ist jede Linie, die (ausschließlich) zurückführt auf die 10 Stammhunde (ca. 1930): Kree Vanka, Tserko, Harry, Smokey, Togo, Kolyma, Nome, Pearl, Dushka, Sonia - vorausgesetzt, diese Linie wurde nicht in mehr als drei aufeinander folgenden Generationen nur auf Schönheit oder ohne arbeitsorientierte Selektion gezüchtet."

(Zitat aus "The Seppala Siberian" von Douglas W. Willett)

Während unseres Wintertrips 1989 in die USA lernten wir die Qualität der Seppala Siberians kennen und schätzen. Obwohl ihnen die ausgeprägte "körperliche Eleganz" der bei uns in Europa erfolgreichen Sprinthunde fehlte, bestachen die guten Vertreter ihrer Rasse durch Ausdauer, Härte und einen bis zur Selbstaufgabe neigenden Zugwillen. Diese Sturheit, sich in die ihnen angeboren Zugwilligkeit hinein- zusteigern, machte sie, gepaart mit einer gewissen Selbst- sicherheit, nicht unbedingt zu den leichtführigsten Vertretern der Siberian Husky Rasse.

Hercules hatte bereits in der eigenen Linie züchterisch gewirkt und mit Uelen's Ali den N-Wurf of Sepp-Alta produziert. Aus den 7 Welpen gingen die Leithunde Narley, Nestly und Nugget hervor, sowie der Rüde Nutok (Import nach Deutschland und später England). Diese Hunde waren 1988 - 1991 die Schlüsselhunde im Willet-Team. In der Zeit 1986 - 1988 platzierte er sich regelmäßig auf den ersten drei Plätzen und gewann häufig gegen starke Konkurrenz. Alaskan Teams wie Grant Beck, Tim White, John Patten etc. waren die namhaften Musher, die sich unter anderem in der sich stark entwickelnden Mitteldistance-Szene tummelten. 1988 bestritt D. Willett mit seinem Offenen Gespann 8 Rennen mit insgesamt 21 Läufen, davon 19 zwischen 50 und 60 Meilen! Viermal kam das Team als Sieger ins Ziel. Ein zweiter Platz und 2 dritte Plätze rundeten die wohl erfolgreichste Saison der Willett Siberians ab.

Für mich als Neuling in Sachen Distanz war es damals einfach unfassbar, dass es Hunde gab, die nach einem solchen Einsatz nicht ihre Lauffreudigkeit und Gesundheit eingebüßt hatten.
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1991 konnten wir Hercules im Leasingvertrag für 2 Jahre für unsere Siberian-Husky-Zucht importieren. Während seines Aufenthalts in Europa produzierte er hier und in Holland, Belgien, der Schweiz und Spanien mindestens 103 lebende Welpen. Stellvertretend für alle seiner zugwilligen Nach- kommen in Europa möchte ich die herausragendsten erwähnen:

Alka-Shan's Callico, Arctic Sound Guitka - Topleader während der Siege im Empire 130 (2mal), Enduro 100 (2mal), Elton 80 etc. - und Brandy of Snow Creek Valley, Buffy of Snow Creek Valley, Skookum's Hullabaloo, Arctic Sound Gilak, Somerset Island Opium, Somerset Island Omega, Lancer of Konetaiv, Devil Damion of Hell's Gate ("Yellow") als Teamgefährten.

Amli Noma's Celine, Amli-Noma's Cristel (Dr. Dieter Dolif's Quest Team)

Homepage www.amli-noma.com

In den Jahren 1993 - 1996, zu einem Zeitpunkt, als die Nachkommen von Hercules altersmäßig ihre Hoch- leistungsphase hatten, galt das Alka-Shan Team als einziger ernst zu nehmender Siberian Konkurrent auf den offenen Distanzrennen im Mittelwesten der USA. Der größte Erfolg eines reinrassigen Teams im prestigeträchtigsten Rennen in Minnesota, dem Beargrease 130 Meilen war ein zweiter Platz aus 28 Teilnehmern in der populären 10-Hundeklasse. Zeitweilig waren in diesem Gespann 8 Nachkommen von Hercules.
 
Interessant ist die Tatsache, dass diese Nachkommen sich durch eine ausgeprägte Kreuzungsvitalität auszeichneten, da Hercules mit Hündinnen aller existierenden Rennlinien verpaart worden war. Außerdem waren diese auf Leistung selektierten Nachkommen alle ihren Eltern überlegen, zumindest was ihre athletische Ausstattung und Ge- schwindigkeit betraf. Gleichzeitig hatten sie nichts von der Härte und Leistungsbereitschaft eingebüßt, die die Seppalas auszeichnet.
 
Hercules lebt in seinen Nachkommen fort und hat zur genetischen Vielfalt und Gesundheit der gesamten Siberian Population erfolgreich beigetragen.
 
Links zum Artikel:
 
Aus Doug Willetts Fotoalbum, der H1-Wurf mit Hercules und seinen Geschwistern
http://www.seppalas.com/h1.htm

Ebenfalls aus Doug Willetts Fotoalbum, der N1-Wurf mit Nestly, Nugget und Narley
http://www.seppalas.com/n1.htm

Der International Seppala Siberian Sleddog Club
http://www.seppalas.com/


Unsere Hercules-Nachkommen:

Alka-Shan's Zodiak - Sohn von Somerset Island Opium, Enkel von Hercules

Cold Wind Valley's Pepper - Urenkel von Hercules