Ab jetzt verläuft die Zero-Story
zweigleisig
Harris Dunlap selbst konzentriert sich auf die Nachzucht von Milky Way II, Rory
und Brew. Diese Hunde tauchen allesamt in Dunlaps North American Team auf, zuletzt
die 1988 ge- borene Zero's Mixer.
In Skandinavien züchtet Ole Björkheim ohne bleibenden Erfolg mit Bumper. Ingvar
de Forest verpaart Cider mit Milky- Way und erhält sechs Welpen, von denen er
vier nach Nor- wegen verkauft. Diese vier sind SVEA (Einar Kristen Aas), ZERO
(Geir Martinsen), HARRIS (Magnar Aasheim) und FREYA (Kjetil Hillestad). Die norwegische
Sibirier-Zucht wird durch diese vier Hunde revolutioniert. Ferner sind Zero's
Spaceman und Zero's Gleamour in Norwegen. Alle diese Hunde stehen bei Züchtern,
die mit diesen Hunden auch etwas anzufangen wissen. In Schweden ist der Einfluß
der Dunlap-Hunde nicht so groß. De Forest hat mehrfach ver- sucht, jenen Super-Wurf
zu wiederholen, aus dem er selbst nur zwei Hunde behalten hatte, aber leider ohne
Erfolg. Er ist auch als erfolgreicher Züchter nicht ins Rampenlicht ge- treten,
was die Vermutung zulässt, dass dieser Wurf wohl einfach ein unbewusster Glücksgriff
war.
Der einzige in Schweden einflussreiche Rüde war Zero's Dargo. Auch hier gab es
eine interessante Verpaarung, nämlich mit ARTIC TRAIL AMBER.
Die Norweger machten gnadenlos nach, was Dunlap vor- gemacht hat, Inzucht von
Zero-Siberians in einem Maße, wie es für uns kaum vorstellbar ist. Und es hat
funktioniert.
In den späten 80er Jahren wurden Harris und Ginger Dunlap als Richter einer Show
nach Skandinavien eingeladen. "Ich kann sagen, dass viele dieser Hunde unserer
alten Haupt- zuchtlinie sehr ähnlich sehen. Die Fotos, die wir seither gesehen
haben, zeigen den Einfluß dieser Basishunde." (Dunlap 1990)
1992 hat Dunlap den Schlittenhundesport nach dreißig Jahren aufgegeben. Ich habe
zu diesem Zeitpunkt eine größere Gruppe von Zero-Hunden aus eigener Zucht be-
sessen, deren Eltern und Großeltern aus Norwegen kamen. Aus Dunlaps eigenem Bestand
habe ich damals noch fünf Hunde gekauft. Die Ähnlichkeit der Nachkommen meiner
"norwegischen" Zero-Hunde und meiner "Amerikaner" ist frappierend. Der "große
Wurf" war der Kauf von Zero's Mixer, die 1990 vor einem Alaskan Team in der NAC
als Leader gelaufen ist. Mixer und ihre Nachkommen geben eine Vor- stellung von
der Qualität, die die späten Dunlap-Siberians gehabt haben.
Aus diesem Artikel mag der Eindruck entstanden sein, dass Dunlap nur Inzucht und
Rückkreuzung als züchterisches Mittel kannte. Dies ist so nicht korrekt. Richtig
ist, dass Dunlap konsequent den Typ Hund seiner Wahl durch Inzucht fixiert hat.
Das ist so korrekt und entspricht den Grundregeln der Tierzucht. Stets hat Dunlap
aber auch versucht, Neues in seine Linie einzubringen.
So hat er 1989, neben einigen anderen Hunden den Leader von Don McEwen - NEKANESU's
JET - einen Seppala für einen Wurf genutzt. Die Nachkommen legte er mir gerade
wegen dieses Anteils sehr ans Herz - zu Recht, wie die Erfahrung der letzten Jahre
gezeigt hat.
Heute gibt es in der mitteleuropäischen Sprintszene kaum noch erfolgreiche Gespanne,
in denen keine Hunde mit Zero-Hintergrund laufen. Es hält sich aber hartnäckig
das Gerücht, Zero-Siberians seien nicht geeignet, um Distanz- rennen zu fahren.
Abgesehen von den mehrjährigen Erfolgen einiger SHC-Mitglieder sei au den Norweger
Stein Havard Fjestad verwiesen, der mit einem reinen Zero-Team mehrfach den Finnmark-Löppet
gewonnen hat. Sie wissen nicht was das ist? Der Finnmark-Löppet ist das längste
Distanzrennen in Europa, zwischen 700 und 1000km Länge je nach Witterungsbedingungen.