"Surfing for a good Breeder"
Die Suche nach einem guten Züchter

...oder wie man Homepages über Züchter reinrassigen Siberian Huskies entschlüsselt

Copyright Jessica Breinholt, Kaylenberg Siberians
Übersetzung von Bettina Nolting und Silvia Roppelt  

Seit es das Internet gibt, haben angehende Hundebesitzer schier unbegrenzt neue Quellen, wenn sie nach einem Welpen oder einem ausgewachsenen Hund suchen. Zusätzlich zu den Webseiten über Verhalten, Haltung und Pflege sowie zur Bestimmung der geeigneten Rasse gibt es auch Seiten von Rassehundevereinen, welche unglaubliche Informationsquellen bei der Suche nach einem Rassehund sind. Außerdem finden wir auch viele private Züchter und andere Organisationen durch deren Webseiten.
 
Die Welpen- und Züchtersuche im Internet kann aber eine verzwickte Sache sein. Man ist Informationen ausgesetzt, die verschiedenste Leute für den öffentlichen Gebrauch zu- sammengestellt haben.

Genau das ist der Grund, warum es wichtig ist die Unterschiede zwischen dem ethisch verantwortungsbe- wussten (seriösen) Züchter und dem ohne Verantwortungs- bewusstsein (unseriösen Züchter) deutlich und bewusst zu machen. Diese Unterschiede zeigen sich häufig in der Art und Weise des Aufbaus besagter Seiten.

Es gibt zwei typische Arten von Webseiten von Züchtern reinrassiger Hunde. Einerseits die, die ein Schaufenster für ihren Zwinger, ihre Hunde und ihre Fähigkeiten reprä- sentieren - aber auch die, die lediglich dazu da sind Welpen zu verkaufen. Erstere gehören den verantwortungsbe- wussten Züchtern, letztere den veranwortungslosen Züchtern.
 
Warum erstellen seriöse Züchter Webseiten?

Seriöse Züchter sind solche, die ihre Hunde auf genetisch bedingte Krankheiten untersuchen und die Qualität ihrer Hunde durch Ausstellung und / oder Arbeitszertifikate nachweisen. Sie erstellen ihre Homepages um ihr Wissen mit anderen zu teilen.

Ich erstellte diese Seite um meine Hunde zu präsentieren. Ich wollte Fotos und Pedigrees meiner Hunde und meine Erfahrungen, mein Wissen zur Schau stellen, sowohl für andere Züchter als auch für den an der Rasse Interes- sierten.  

Warum erstellen verantwortungslose Züchter Webseiten?
 
Sie züchten des Geldes wegen. Ihr primäres Interesse ist es nicht Informationen über ihre Hunde und der Rasse zur Verfügung zu stellen, sondern Welpen verkaufen. Für sie ist eine Webseite nur eine weitere Möglichkeit einen Wurf zu bewerben - ähnlich einer Zeitungsanzeige.

Worauf sollte man bei Homepages über Siberian Huskies achten?

Aufgrund der unterschiedlichen Vorsätze haben Seiten von Züchtern verschiedene Atmosphären, abhängig davon mit welcher Art von Züchter man es zu tun hat. Wenn man "Siberian Husky Züchter" in die Suchmaschine eingibt und beginnt, sich durch die Resultate zu arbeiten, können nachfolgende Fragen hilfreich sein - wenn man wissen möchte, welche Art von Züchter durch die jeweilige Seite repräsentiert wird.

Wo und wie häufig werden Welpen/Würfe erwähnt?


Sollte sich die Seite gar auf Welpen spezialisiert haben oder werden die Welpen und Würfe in den ersten Textpassagen ungewöhnlich häufig zum Mittelpunkt, hat man es mit einem verantwortungslosen Züchter zu tun. Sicher erwähnt auch der seriöse Züchter seine Welpen, aber sie werden niemals das zentrale Thema sein.
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Was machen die eigentlich mit den Hunden?

Zeigt der Züchter seine Hunde auf Shows und im Sport?
Gibt es Showfotos von Erfolgen? Falls nicht, gibt es Fotos von Hunden im Gespann, vielleicht sogar auf Rennen? Haben diese Aktivitäten einen hohen Stellenwert auf der Seite? Falls nicht, was ist der Schwerpunkt der Seite? Moralische Züchter sind ausnahmslos in verschiedenen Aktivitäten involviert um zu beweisen, dass es ihre Hunde wert sind in die Zucht zu kommen. Sind der Schwerpunkt die Welpen, ist man dort falsch!

Werden Untersuchungen auf Erbkrankheiten erwähnt?


Für gewöhnlich lassen verantwortungslose Züchter keine Unter- suchungen an ihren Hunden durchführen. Entweder weil ihnen das Wissen fehlt, das Geld zu schade ist - oder es ihnen einfach egal ist. Der seriöse Züchter erwähnt HD- und Augenuntersuchungen und deren Resultate. Macht er Ausflüchte, warum er dieses nicht so handhabt - dann sind es eben Ausflüchte!

Was wird bezüglich Fell- und Augenfarbe geschrieben?

Wenn von "seltenen" Färbungen (wie reinweiss) geredet wird oder exotische Namen kreiert werden (z. B. "Chocolat" für rot-weiß) sollte man diese Seite verlassen. Für den seriösen Züchter ist eine Farbe wie die andere und niemals der Grund zu züchten oder das Zuchtziel. Das gilt auch für blaue Augen.

Zeigen sie Ahnentafeln (Pedigrees) und wie sehen diese aus?

Seriöse Züchter zeigen die Pedigrees ihrer Hunde in einer Weise, dass andere Züchter den Hintergrund der Hunde sehen können. Ein Hinweis auf Wissen und Interesse über die Abstammung der betreffenden Hunde. Im Gegensatz dazu hat der "Züchter" der keine Pedigrees zeigt entweder nicht das Wissen oder er erachtet sie als unwichtig.

Falls Ahnentafeln vorhanden sind: haben die Hunde Titel? Das heißt zumindest, dass der Züchter in irgendeiner Weise aktiv ist und sich mit den Hunden beschäftigt.

Man achte weiterhin auf fortlaufenden Namensgebrauch durch die gesamte Ahnentafel. Tauchen die gleichen Zwingernamen wiederholt auf? Das ist ein Beweis für ein Zuchtprogramm. Enthält die Ahnentafel weder Hunde mit Titel noch Zwingernamen, basiert diese mehr als wahr- scheinlich auf unseriöse Zuchten oder Vermehrungs- anstalten - was auch bedeutet, dass die "Züchter" keine Vorstellung davon haben, welche Erbkrankheiten in den Vorfahren der Hunden existieren.

Es ist wichtig aufmerksam zu sein bei Züchtern die be- haupten ihre Hunde kämen aus Champion- oder Sieger- linien ("Weltsiegerzwinger" und andere schönklingende Worte). Fragen Sie nach, von welchen Veranstaltungen die Titel resultieren. War es eine Veranstaltung mit einem oder zwei Teilnehmern vom Dissidenzverein oder eine internationale Hundeausstellung des VDH oder der FCI mit aussagefähiger Konkurrenz?

Prüfen Sie die Ahnentafel - sollten die "Champions" erst ab der 4. Generation aufwärts auftreten, haben Sie es mit jemanden zu tun, der daraus Kapital schlagen möchte, dass seine Hunde (eventuell!!!!) auf die Arbeit verantwortungs- bewusster Züchter zurückgehen. Niemand weiß, welche Gesundheits- und Charakterprobleme seitdem in die "Zucht" gebracht wurden.

 
 
An dieser Stelle der Hinweis:
Zwinger mit Rennlinien haben womöglich keine Hunde mit Ausstellungstiteln, aber zumindest einheitliche Zwinger- namen und Linien, die man durch Generationen zurück- verfolgen kann. Bei diesen Hunden fragt man am Besten nach, auf welchen Rennen die Arbeits- und Leistungs- nachweise erreicht wurden, was die Hunde und ihre Vor- fahren leisten konnten, was für Rennen diese gelaufen sind!

Wird der Hund als "Schlittenhund" tituliert, nur weil sein Besitzer ein- oder zweimal die Woche wenige Kilometer mit einem Trainingswagen fährt, sind sie nicht bei einem leistungsorientierten seriösen Züchter gelandet.

Leistungsorientierte seriöse Züchter nehmen mit ihren Hunden an Schlittenhunderennen oder Touren mit dem Schlitten teil.

Bedenken Sie, dass es unseriös ist, wenn "Züchter" damit werben "Allrounder" zu züchten.

Der Siberian Husky ist ein Arbeitshund!

Wirbt jemand damit, dass seine Hunde "alles können" (Agilitychampion, Fallschirmspringen, Rettungshunde- prüfung, usw) lügt er! Sicher gibt es den einen oder anderen Siberian Husky der dies kann, aber es darf nicht das seriöse Zuchtziel sein!

Nur "Papierkram"?

Nur mit Hunden die Papiere von einem FCI-Zuchtverein (in Deutschland dem VDH angeschlossen) darf man an rein- rassigen Schlittenhunderennen teilnehmen. Das gilt auch für Hundeausstellungen der FCI (nationale Schauen, inter- nationale Schauen, CACIB, Welthundeausstellung, usw.)

In Deutschland gibt es für Siberian Huskies nur zwei Zucht- vereine die dem VDH und der FCI angeschlossen sind:

- Der SHC - Siberian Husky Club Deutschland e. V.
- Der DCNH - Deutscher Club Nordischer Hunde e. V.

Alle anderen Papiere werden von so genannten "Dissidenz- vereinen" ausgestellt. Diese Vereine betreuen niemals nur eine oder wenige Rassen und ihre individuellen Bedürf- nisse, sondern stellen Papiere für jede Rasse aus. Meistens werden nicht einmal die obligaten Gesundheitsunter- suchungen gefordert, oder die Züchter und Zuchtstätten überprüft.

Andere Dinge, die zu beachten wären

Details zu einzelnen Hunden auf einer Züchterseite können ebenso aussagekräftige Informationen beinhalten. Wenn man diese liest, sollte man genau auf Dinge wie Alter und Anzahl der Zuchtakte achten. Sollte z.B. eine Hündin 2,5 Jahre alt sein und bereits zwei Würfe haben, ist anzunehmen, dass der erste Wurf zu früh stattgefunden hat. Moralische Züchter werden nicht mit einem Hund vor dem Alter von 18 Monaten züchten, da vorher die Hüften nicht adäquat beurteilt werden können und der Hund im Schnitt noch nicht die erforderliche körperliche Reife erreicht hat.

Man sollte auch auf das Verhältnis von Rüden zu Hündinnen im Zwinger achten und wie viele Würfe diese Rüden gemacht haben. Oftmals haben unmoralische Züchter ein bis drei Rüden und dazu einen ganzen Harem von Hündinnen, so dass jeder Rüde problemlos mehrere Hündinnen belegen kann. Häufig ist ein Rüde der Vater mehrerer erwarteter oder schon liegender Würfe. Das ist ein Zeichen, dass der Züchter nicht darauf achtet, dass der Rüde genetisch zur Hündin passt, sondern nur daran interessiert ist, wie viele produziert und verkauft werden können.
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Warum sollte man überhaupt aufpassen?

Sie denken vielleicht "Was macht das alles für einen Unterschied? Was geht mich das an, wenn ich nur ein Haustier suche?" Ich hoffe, Sie haben nun ein Gefühl dafür, was den verantwortungsbewussten vom verantwortungs- losen Züchter unterscheidet.
Im Wesentlichen ist es die Hingabe an die Rasse, nicht die Hingabe an die Welpenproduktion.
Hingabe an die Rasse resultiert aus dem Wunsch nach Wissen und induziert diesen auch im Umkehrschluss, und Wissen ist der beste Ratgeber bei der Suche nach einem Welpen. Das Wissen eines guten Züchters wird sicherstellen, dass ein Welpe gut sozialisiert und gesund durchs Leben geht. Es stellt auch sicher, wann immer Fragen auftauchen bezüglich Training, Verhalten oder der Rasse allgemein, wo man die Antworten bekommt – ein Hundeleben lang. Es bedeutet aber auch, dass der Hund ein Leben lang eine Heimat hat, in die er aus welchen Gründen auch immer zurückkehren kann.

Ein Welpe ist eine große Verpflichtung – warum sollte man also nicht die gleiche Verpflichtung von der Person erwarten, die ihn gezüchtet hat?

Schlussgedanken

Das Internet ist grossartig, denn es ermöglicht schier unendlichen Zugang zu Informationen aller Art. Es erlaubt Menschen zu erfahren, was andere Menschen über fast jedes Thema zu sagen haben. Das bedeutet aber auch, dass verantwortungslose Züchter, die sich durch ihre Seiten darstellen oder bewerben, uneingeschränkten Zugang zu Informationen seriöser Züchter haben, was – gepaart mit dem allgemeinen wachsenden Wissens über moralische Zuchtpraktiken – dazu führt, dass diese Leute das Gefühl haben, mit den Zielen verantwortungsbewusster Züchter konkurrieren zu müssen. Sie müssen eine scheinbare Seriosität vermitteln.

Daher wird man des Öfteren bemerken, dass sich gerade verantwortungslose Züchter und Vermehrer den Status des professionellen Züchters geben. Das sind ironischerweise, gerade die Züchter, die man meiden sollte. Moralische Züchter sind niemals ‚professionell’ - wenn man genug Geld verdient durch das Verkaufen von Welpen um seinen Beruf zu verlassen, dann macht man etwas Falsches. Ich erzähle Leuten häufig, dass das Ausstellen, der Sport mit den Hunden und das Züchten wie ein schwarzes Loch ist, in welchem mein Geld verschwindet. Es ist eine Passion, ein Hobby, ein Lebensstil…aber niemals das Geld, welches uns antreibt.

Vorsicht auch vor Seiten, wo man behauptet, dass die Zuchthunde "geliebte Haustiere" seien und die Welpen mit Familienanschluss aufgezogen seien, als ob dies den Verkauf fördernde herausragende Punkte seien. Solche Dinge sind für den seriösen Züchter selbstverständlich und sollten nicht extra erwähnt werden müssen. Für den verantwortungsbewussten Züchter sind seine Hunde mehr als nur Haustiere, sie sind Showhunde, Schlittenhunde und Begleiter. Sie sind mehr als nur dazu da, im Haus herumzusitzen und pro Jahr einen Wurf zu produzieren, sie sind der Mittelpunkt  unseres Lebens.

Zusammenfassend

Verantwortungslose Züchter machen Webseiten um Welpen zu verkaufen.

Verantwortungsbewusste Züchter machen Webseiten, um ihre Hunde, ihren Lebensinhalt, ihre Hingabe an die Rasse darzustellen
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