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Saison 2007/2008
Schweden 2008
(Fotogalerie Schweden ..... hier)

Wir sind am Freitag den 22.02.08
um 10 Uhr morgens pünktlich wie geplant losgefahren.
Der Routenplaner kündigte ca 24 Stunden reine
Fahrtzeit an, und ca 900 km bis Puttgarden, dann
eine Stunde Fähre und weitere 1169 km bis Svenstavik,
dem nächstgrößeren Ort bei unseren Hütten. Abends um
20:45 waren wir in Puttgarden. Schon seit Hannover
wurden wir von Sturmböen begleitet, unser
vollgeladener 4,6-to-Sprinter fraß deswegen mächtig
mehr Diesel und so gab es schon Panik, da wir quasi
auf dem letzten Tropfen eine Tanke fanden. Um 19 Uhr
hatten wir uns hinter Lübeck mit Agata, Dariusz und
Mati getroffen – welch großartiger Zufall.
Eigentlich war die Fehmarnbrücke für PKW mit Hänger
wegen des Sturms gesperrt, aber Dariusz fuhr
natürlich trotzdem drüber – problemlos. Wir standen
in Puttgarden und warteten also auf die Fähre die
uns nach Rodby bringen sollte. Plötzlich beutelten
uns heftige Orkanböen. Sehr heftige Orkanböen. Ich
glaube ich war kalkweiß. Aber die Fähre legte an und
öffnete die Zufahrt. Mit gemischten Gefühlen fuhren
wir auf das LKW-Deck. An der Stelle sei noch zu
bemerken, die Gebühren für die Fähre waren (einfache
Fahrt) 175 Euro für den 4,6-Tonner! Wir gingen hoch
ins Café um uns mit Agata, Dariusz und Mati zu
treffen. Es war schon schwierig halbwegs vernünftig
zu laufen bei dem Seegang, deshalb war ich froh
meine Tasse Kaffee heil an den Tisch zu bringen.
Stefan hat Schnitzel mit Pommes gegessen und ich
habe mit mir bzw. meinem Magen gerungen. Nach etwa 1
Stunde „Karussell“ kamen wir aber sicher in Rodby an
und fuhren durch Dänemark. Der Fährbetrieb wurde
dann übrigens wegen des Orkans eingestellt.....
Dariusz, der schon ein paar Stunden länger unterwegs
war, hat um 0:30 Uhr in Kopenhagen schlapp gemacht
und an einem Hotel am Flughafen angehalten. Stefan
und ich sind weitergefahren, war doch die
schwedische Grenze nicht mehr weit. Irgendwann
mussten wir anhalten, schwedische Grenze in Malmö.
Und 71 Euro bezahlen… ich fragte warum? Ja, das wäre
die Gebühr für die Öresundbrücke…. Die 16 km lange
Verbindungsstrecke zwischen Kopenhagen und Malmö
über die Ostsee. Wie gut, dass es dunkel war und ich
nicht gesehen habe, dass wir begleitet von Sturmböen
in einer wahnsinnigen Höhe diese Strecke über die
aufgewühlte Ostsee gefahren sind. Und wie froh war
ich, dass ich in meiner Müdigkeit diesen Fakt gar
nicht realisiert hatte!
Um 4:00 Uhr früh waren wir irgendwo zwischen
Göteborg und Jönköping, hundemüde und konnten kaum
noch die Augen offen halten. Deswegen haben wir uns
einen dunklen Parkplatz gesucht, noch mal die Hunde
gedroppt und versucht im Sitzen ein paar Stunden zu
schlafen. Da der Sprinter Standheizung hat, war die
Temperatur erträglich, aber es war sehr unbequem und
so konnten wir nur immer kurzzeitig etwas einnicken.
Um 7 Uhr sind wir also weitergefahren. In Jönköping
mussten wir auf Bundes- und Landstraßen. Diese waren
bis Mora einwandfrei und super zu fahren, jedoch
dann ging es auf die E 45. Was für ein Alptraum….
Aber dafür bekamen wir endlich Schnee zu sehen.
Leider auch Eisplatten auf der Straße. Dieser Teil
der Strecke zog sich ins unendliche, vor allem da
wir beide nun wirklich fix und fertig waren. In Sveg
haben wir noch mal getankt und den Endspurt vor
Augen noch mal Energiereserven mobilisiert. Auf den
letzten 50 km überholte uns gottseidank Rick Göpfert
und fuhr als Schrittmacher vorneweg. Prima, wenn man
müde ist und sich an zwei Rücklichtern orientieren
kann…PERFEKT! Die letzten 11 km waren schneebedeckt,
aber problemlos zu befahren und so erreichten wir um
etwa 21 Uhr die Gala Fjallgard…. Nach 39 Stunden
ohne richtigen Schlaf…. EIN HÖLLENTRIP. Ich weiß
noch, dass ich nach 20 Stunden Fahrt zu Stefan
sagte, dass das wohl das einzige Mal bliebe, wo wir
nach Schweden fahren.
Der Gastgeber begrüßte uns, zeigte uns die
gemütlichen wundervollen Hütten, die schon
eingeheizt und mollig warm waren und wir droppten
wieder die Hunde. Endlich ein „Feierabend“-Bier
trinkend, warteten wir auf Dariusz und seine
Familie, der endlich um 1.00 Uhr nachts ankam und
genauso kleine glühende Augen hatten wie wir…. Er
hatte Geburtstag und wollte auch nie mehr nach
Schweden. Er meinte, wir Schlittenhundler wären ganz
schön verrückt.
Diese Nacht schliefen wir wohl alle wie die Steine
und als wir früh aufgestanden sind, unsere Augen
weit offen…realisierten wir dieses Paradies. Wir
waren uns einig…wir kommen wieder! Der weiße Schnee
inmitten der traumhaften Wälder… die super
komfortablen Hütten… die netten Gastgeber und
einfach alles hier… PERFEKT!
Die Hütte die wir bezogen war
wirklich traumhaft! Ich werde den gemütlichen
Kachelofen nie vergessen, der zuverlässig unsere
Klamotten getrocknet und gewärmt hat : -)))
Die Einbauküche war komplett eingerichtet, man hat
in dieser Bleibe wirklich nichts vermisst! Ein super
Utensil war der Schuhtrockner am Eingang, immer
warme Füsse. Wir haben uns einen gekauft und mit
nach Hause gebracht....
Wir sind in dieser Hütte zusammen mit Nic und ihren
Mann eingezogen, die zwei Tage später nachgekommen
sind. Die gemütliche Sitzecke sorgte für viele
schöne Stunden mit Freunden - ich glaube wir waren
manchmal 11 Leute an dieser Bank.
Christof, der Besitzer der Anlage spurte uns mit
seinem Skidoo den Trail zur offiziellen Skidoo-spur
und richtete Schleifen nach Wunsch fürs Wenden ein.
Regelmässig alle zwei Tage fuhr er im Camp umher,
sammelte die Hundekacke ein um sie zu entsorgen. Wir
waren seine ersten Schlittenhundler, und er hat sich
echt bemüht, beide Parteien waren zufrieden. Wir
waren uns einig... wir wollten irgendwann
wiederkommen und er würde uns auch wieder aufnehmen
: -)))))
Und das lag nicht alleine daran, dass wir ihn mit
Bier versorgt haben.
Jeden zweiten oder dritten Abend wurde die
Grillhütte angefeuert, eine Holzhütte in deren Mitte
eine offene Feuerstelle war, die umsäumt wurde von
einer Holzbank mit Rentierfellen. Gemütlicher kann
man den Abend nicht ausklingen lassen, ich schwöre!
Einmal haben wir den "Moosegarden" besucht, die
einzige Möglichkeit mit lebenden Elchen in Kontakt
zu kommen ohne sie auf der Straße treffen zu müssen.
Wir durften die Elche streicheln und mit ihnen im
Gehege rumlaufen. Die Kameraden haben Sinn für
Humor... Daniel saß am Boden und wollte
fotografieren, da schlich sich einer von hinten an
um Daniel zu schubsen...ich habe es auf einem
Serienbild festgehalten : -)))) Ein Elch hat
versucht meinen Stefan zu knutschen, das Beweisfoto
ist in der Bildergalerie....
Schweden und Schnee.... war er
dafür verantwortlich, dass plötzlich sieben
Hündinnen läufig wurden???? Solche, die auch gar
nicht dran gewesen wären??? Ich weiß es nicht. Auf
jeden Fall war es ziemlich seltsam und kam uns nicht
gerade zur rechten Zeit. Aber was solls, da wir
dagegen sind mit Läufigkeitsunterdrückung zu
arbeiten, muss man das wohl hinnehmen.
Es hat jeden Tag geschneit und oft war der Trail
weich und tief. Unsere Nachwuchsleaderin Giovanna
hat sich einen Tag tapfer durch den Tiefschnee
gewühlt, mit Schneewehen die so hoch waren, dass sie
quasi bis zu den Ohren weg war.... wir waren
begeistert von dem Mädel. Auch Cognac lief
zuverlässig Lead, bis zu dem Tag an dem er gedeckt
hat ...danach war er etwas unkonzentriert. Die
Yearlings wurden auch trainiert, Hanne hat welche
mitgenommen und auch Darek. Marcel bekam fürs Rennen
Guinness und Edit in sein Sprintteam.
Und dann kam das Rennen.... der Vet-Check war sehr
unkonventionell, die Hunde wurden auf alles
überprüft und je nach Vet (den man erwischte) war es
Glück oder Pech. Wir hatten Pech. Der Vet zog an
Svens Hinterlauf ... und zog..und zog... und als
Sven kurz vor dem Umkippen war hat er
gequiekt...worauf der Vet ihn rausgenommen hat. Tja,
das ist einer unsere erfahrenen und zuverlässigen
Wheeler und der war nicht dabei...shit. Henry und
Pepper wurden lila markiert, da angeblich zu dünn.
Darüber hat jeder den Kopf geschüttelt, zumal es
Hunde gab die wirklich zu dünn waren und die von
anderen Vets nicht markiert wurden. Bei der
Überprüfung der Hunde nach dem ersten Lauf stellten
die Vets jedoch fest, dass Pepper nach 52 km noch am
lautesten gekreischt und Henry noch am höchsten
gehüpft ist, somit hatten sich die Bedenken
erledigt...
Der Stake-Out am Rennplatz war sehr klein, wir
konnten nur ein Stake-Out für 12 Hunde machen und
die waren so eng am Nachbarn, dass man gar nicht
wusste, zu wem die Hunde gehören. Gottseidank
standen wir neben Ralf Neubauer, und seine
Hunde und unsere vertrugen sich perfekt.
Stefan setzte auf seine altes erfahrenes Leaderduo
Madonna und Beauty-Jean. Beauty-Jean sollte aufgrund
ihres Alters ihr letztes Rennen laufen, aber dieses
Jahr brauchte er sie noch, und meinte, dass sie das
schon schaffen würde. Das tat sie auch, aber nicht
mehr in der gewohnten Geschwindigkeit. Obwohl die
Laufzeit am ersten Tag wirklich überraschend gut
war, war uns von vornherein klar, dass dies auf
Dauer nicht zu halten wäre, denn wir hatten im
Herbst aufgrund einiger Probleme nicht genug
Training. Das Training von zwei Teams, der Ausbau
des Hundeautos, welches wir nach langer Wartezeit
erst im November bekommen haben und die Tatsache,
dass ich sehr viel arbeiten musste forderte seinen
Tribut.
So lag die Priorität für uns darauf die Hunde gesund
und heil durch das Rennen zu bringen, mit Finish,
und um zu sehen ob unsere Junghunde (die Ricklinge
und Giovanna) die Strecken motiviert schaffen. Am
zweiten Tag blutete Cognac an der Pfote, Stefan
holte ihn also in den Schlittensack, wo er die
letzten 30 Kilometer wohl durch das sanfte Schaukeln
eingelullt, ruhig liegen blieb und seinen Kopf erst
im Ziel aus dem Schlittensack hob um sich
interessiert die Menschenmenge anzusehen. Der ist
wirklich genauso cool wie sein Vater : -)
Eine schöne Geste kam von Dirk Grünberg - dem Sieger
in 6-Hunde-Klasse, der fragte, ob er helfen kann.
Wie erfrischend, dass es noch solche hilfsbereite
und faire Musher gibt. Fast wie in alten Tagen : -)
Am dritten Tag wurde Madonna bei einem
Überholvorgang gebissen, woraufhin sie sich weigerte
wieder zu überholen. Toll, das wäre nun der zweite
Leader der durch Beißen anderer Hunde Angst beim
Überholen hätte.... Lukka läuft deswegen schon seit
vier Jahren nur noch verhalten an anderen Teams
vorbei... Also kam Giovanna ins Lead, die das Rennen
beendete.
Wir haben das Rennen über 156 Kilometer mit GESUNDEN
und UNVERLETZTEN Hunden (außer der Schramme an
Cognacs Ballen natürlich) gefinisht, die Hunde waren
nicht nennenswert müde, keiner hat sich
hingeschmissen, sondern alle sind im Ziel noch
motiviert gewesen und jederzeit bereit wieder
loszulaufen. Darüber waren wir stolz und haben wir
uns am Abend mit ganz vielen Leckerlis bei den
Hunden bedankt. Vor allem bei den "Ausscheidern" aus
dem Rennteam:
Henry, der seit 7 Jahren nie ein Rennen oder einen
Trainingslauf verpasste, der immer happy war, und
immer alles gab. Beauty-Jean, die jahrelang
zuverlässig das Team nach Hause gebracht hat und auf
die immer Verlass war. Lycra und Lukka, die immer
ihr Bestes gaben und zwar egal wo man sie
eingespannt hat. Hey, ich habe nächstes Jahr ein
super "Happy-Dog-Team" : -))))))
Die Future-Stars haben wir nicht
im Distanz-Team eingespannt, wir wollen dass diese
Hunde lange laufen und Freude daran haben, deshalb
hören wir auf die Ratschläge von erfahrenen Mushern
und lassen Junghunde nicht diese langen Strecken
laufen.
Trotzdem durften einige der Hunde bei befreundeten
Sprint-Teams mitlaufen:
Edit bei Marcel, Explorer bei Darek und Dana bei
Rick.
Unser Howling Spirits Ranger lief mit seinen 9
Jahren das erste Mal in der Pulka. Klaus Holtmann
war sehr glücklich einen gleichaltrigen Partner
zusammen mit seinem Hund zu haben und so finishte
Ranger ebenfalls die 156 km als Pulkahund.
Zuhause in unserem Camp angekommen, haben wir ein
letztes Mal die Grillhütte angefeuert und den Abend
mit Sekt, Baileys und Wein ausklingen lassen. Und
haben den Junior-Champion Mati, sowie den Vize-O-WM
Rick gefeiert (der auch noch nen Schlitten gewonnen
hat).
Es war ein Traumurlaub, nicht nur wegen dem
Traumland Schweden, sondern auch diese zwei Wochen
mit einer supertollen Truppe.

Und so gucke ich wehmütig auf
zwei tolle Wochen zurück, eine Erinnerung die man
lebenslang mit sich tragen kann und die man dank
1800 Fotos auch nie vergessen wird....
Gala Fjallgard...lieber Christof, liebe Miriam
... WIR kommen wieder... ganz bestimmt!
Polen 2008
Der zweite
schlechte Winter in Deutschland hat sehr viele
Musher frustriert, wir sind davon nicht ausgenommen.
Nach einem stressigen Herbst haben wir zunächst
vergeblich auf ein stattfindendes Rennen gewarten.
Unsere "Lieblings"-Rennen Warmensteinach und
Schöneck sind leider ausgefallen. So machten wir uns
Anfang Februar mit allen Hunden auf nach Polen um in
Jakuscyze ein 3-Tages-Rennen (die offene polnische
Meisterschaft) mit allen lauffähigen Hunden in
Angriff zu nehmen, den Junghunden das Laufen vor dem
Schlitten zu zeigen, Schneekilometer für die
Zuchtzulassung zu sammeln und liebe Freunde wieder
zu treffen.
Trotz sehr warmen Temperaturen war das Rennen
einfach nur ganz super organisiert. Der Trail war
fast perfekt, natürlich tagsüber von den 13 Grad in
der Sonne etwas aufgeweicht, aber alles in allem
hatte der polnische Verein fast "gezaubert".
Altleaderin Beauty-Jean hat ihre neue
Nachwuchs-Co-Leaderin Giovanna im MD-Team angelernt,
und Lukka lief das erste Mal seit vier Jahren wieder
als Mainleader. Damals wurde sie zweimal von einem
überholenden Hund (denselben) so übel gebissen, dass
wir mit ihr zum Nähen mussten. Ein bisschen Angst
steckt noch in ihr, das merkt man ihr an, aber da in
Polen alle Überholvorgänge positiv verlaufen sind,
hat sie ein Stück ihrer Sicherheit zurück gewonnen.
Das Sprintteam mit den Yearlings (9 Hunde) liefen
auf den 2. Platz, das MD-Team (10 Hunde) erreichte
den 5. Platz (2. Platz reinrassig). Die Ricklinge,
sowie Guinness und Britney liefen genauso wie die
Yearlings ihr erstes Rennen. Henry und Lycra liefen
bei Hanne Proske in der Klasse C1 Sprint.


Mitte Februar fuhren wir dann nach Haidmühle zur
Deutschen und Bayerischen Meisterschaft, ein Rennen
dass trotz grüner Wiese dank einer super
Organisation auf den gepflegten Langlaufloipen
durchgeführt wurde. Hut ab vor den erfolgreichen
Bemühungen den frustrierten Mushern doch noch ein
deutsches Event zu bieten.
Leider war die Streckenlänge in MD sehr kurz mit
29 km. Beauty-Jean lief wieder mit Giovanna in Lead,
und auch die Ricklinge liefen ihr zweites Rennen auf
Schnee. Die Yearlings kamen auf diesem harten,
schnellen Trail nicht zum Einsatz. Leider zog sich
eine (polnische?) Magen-Darm-Erkrankung durch unser
Rudel, so dass nicht alle Hunde am Sonntag
eingespannt werden konnten und wir einige Probleme
hatten. Aber lieber jetzt als später in Schweden,
wenn es um drei Mal 52 Kilometer bei der WSA-WM
geht.
Beauty-Jean hat mit ihren 8 Jahren doch etwas an
Tempo verloren, dennoch hoffen wir, dass sie das
MD-Team in Schweden anführen kann und wird, denn sie
ist ein Traumleader.

(Foto: Berthold Schätz, FSSC -
www.fssc.de)
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