März 2006
03. bis 05.03.2006 - sogenannte
"Europameisterschaft Distanz" in Zuberec (WSA)
1800 Kilometer sind wir gefahren um das "Saisonhighlight" zu erleben. Wir wurden
sehr gastfreundlich in der Slowakei aufgenommen und das Rahmenprogramm schien
vielversprechend. Nun trainiert und hält man aber nicht viele Hunde, weil man
besonders tolle Rahmenprogramme haben will, sondern weil man schöne Trails, schöne
Läufe und faire Wettkampfbedingungen haben möchte. Und vor allem entscheidet man
sich Distance zu fahren, weil man diese Streckenlängen haben will - z. B. in diesem
Fall ausgeschriebene 3x 40 km, gesamt 120 km.
Für den ersten Renntag bekam der Musher echte und harte 40 km versprochen. Hart
waren sie... die letztendlich gemessenen 28 km, denn durch massive Windböen war
der Trail teilweise nur zu vermuten. An einem Steilhang kamen alle offenen Teams
- 5 an der Zahl - vom Trail ab und standen in dem Steilhang, der durch einen Stacheldrahtzaun
abgegrenzt war. An ankern war nicht zu denken. Ein 6-Hunde-Team und ein Pulka-Musher
fuhren vorbei ohne zu helfen. Schließlich half Angelika Merkel, bis dahin überlegen
führend und robbte auf dem Hintern den Steilhang hinunter, drückte ihr Pulka-Team
Stefan an die Hand und führte ein Team nach dem anderen berghoch zurück auf den
Trail. Zum Schluß Stefan, der noch gewartet hat, bis das Pulka-Team an einen Mast
angebunden war.

Dadurch war ein sportlich-fairer Wettkampf nicht mehr gewährleistet und es wurde
von 5 Mushern, darunter Christof Diehl, Angelika Merkel und Stefan Protest eingelegt.
Der WSA-Offizielle Keusemann lehnte den Protest ab und der "Lauf" wurde gewertet.
Daraufhin gaben diese drei Musher ihre Startnummern ab.
Die sogenannte Europameisterschaft Distance wurde ausgefahren über 28 km, 12 km
und 21 km. Gemäß WSA-Rennordnung muss die Streckenlänge an mindestens 2 Tagen
40 km betragen. Bei Abweichungen von mehr als 10 % darf das Rennen nicht als Meisterschaft
gewertet werden. Ein schriftlicher Protest aufgrund dieses Verstoßes gegen die
WSA-Rennordnung wurde von Herrn Keusemann ebenfalls abgelehnt.
Wir wissen was unsere Hunde können und haben es nicht nötig einen eher peinlichen
Titel über diese Streckenlängen auszufahren bei einem Rennen, dass den Namen "Europameisterschaft
Distanz" nicht verdient. Vor allem nicht, wenn sportliche Fairness und die selbst
aufgestellten Regeln bei der WSA nichts mehr wert sind oder nach Gutdünken eines
Offiziellen verbogen werden können.
Beauty-Jean und Madonna sind tolle Leithunde die bis an ihre mentalen Grenzen
gingen um den Trail zu finden und wir sind stolz auf alle unsere Hunde, die einen
prima Job unter diesen Umständen gemacht haben.