Viele Webseiten informieren über die oft subjektive Frage nach einem seriösen oder unseriösen Züchter. Ein Sprich- wort sagt "Papier ist geduldig". Übertragen auf das elektronische Medium Internet heißt das: Erzählen kann man viel wenn der Tag lang ist; und schöne Fotos zu machen ist ja heutzutage dank digitaler Technik auch kein Problem mehr.

Für Sie als Welpeninteressent ist es eine absolute Not- wendigkeit sich nicht von wohlklingenden Texten und rührenden Kindchenschema-Fotos einlullen zu lassen. Schauen Sie hinter die (Website) Kulissen.

Wenn Sie sich entschlossen haben einen Siberian Husky anzuschaffen, sollten Sie sich soweit mit der Thematik auseinandergesetzt haben, dass Sie es nicht mehr nötig haben auf jeder "Zuchtstätten"-Homepage von einer all- gemein gehaltenen Kurzfassung eines "Welpen-ABC" angesprungen zu werden.

Beurteilen Sie die Qualität eines Züchters nicht nach dem Talent seines Webmasters, sondern fahren Sie zu dem Züchter/den Züchtern persönlich hin und begutachten Sie seine Seriosität, sein Fachwissen und seine Hunde vor Ort.

Grundsätzliches


Zuchtvereine
Es gibt viele Arten von Zuchtvereinen.ABER nur Hunde mit Papieren eines VDH-angeschlossenen Vereins sind auf reinrassigen Schlittenhunderennen zugelassen. Der VDH wiederum ist der F.C.I. angeschlossen und fungiert als kynologischer Dachverband für die deutschen Zuchtvereine. Der VDH unterstützt kynologische Forschung und Wissen- schaft und schult seine Züchter, Zuchtwarte und Amtsträger entsprechend. In Deutschland gibt es lediglich zwei Zuchtvereine für Siberian Huskies, die dem VDH ange- schlossen sind: der Siberian Husky Club e. V. (SHC) und der Deutscher Club Nordischer Hunde e. V. (DCNH). Alle anderen Kürzel sind so genannte Dissidenzvereine.

Wir züchten im Siberian Husky Club e. V. (SHC). Der SHC wurde 1992 gegründet, da eine Gruppe von erfolgreichen Züchtern und Mushern die Arbeitseigenschaften des Siberian Husky gemäß seinem Rassestandard fördern und erhalten wollte.
Der SHC ist weltweit der einzige Zuchtverein, bei dem ein Arbeitsnachweis obligater Bestandteil der Zuchtzulassung ist!
 
 


Zuchtzwinger


Bevor mit unseren Hunden gezüchtet werden darf, müssen Sie eine Reihe von Kriterien erfüllen. Aber nicht nur die Hunde, sondern auch wir als Züchter müssen unsere Hausaufgaben machen. Bevor wir eine so genannten "Zwingerschutzkarte" und damit die Erlaubnis zum Züchten erhalten, müssen unsere Zwingeranlage, unser Wurfzwinger und unsere Haltungsbedingungen von einem ausgebildeten Zuchtwartes des Zuchtvereins überprüft und genehmigt werden. Grundlage dafür bieten die Mindesthaltungs- bedingungen, die vom Zuchtverein erlassen werden. Diese liegen weit über dem Tierschutzgesetz. Der Zuchtwart also beguckt sich den gesamten Zuchtzwinger und berät die Züchter ("Züchtererstberatung"), macht Verbesserungs- vorschläge und fordert unter Umständen auch Änderungen - zum Schutz der Hunde und der Welpen.
Erst wenn die Zwingeranlage den Mindesthaltungs- bedingungen entspricht und von einer ordnungsgemäßen Aufzuchtstätte die Rede sein kann, erhält der Züchter die Zwingerschutzkarte und damit die Erlaubnis zum Züchten. Die Zuchtwarte unseres Zuchtverein stehen darüber hinaus immer mit Rat und Tat zur Verfügung.



Zuchtzulassungsbedingungen


In unserem Zuchtverein erhalten die Hunde eine Zuchtzulassung, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:

  • Arbeitsnachweis oder Leistungszertifikat

  • Arbeitsnachweis ist dann erfüllt, wenn der Hund mindestens 100 Kilometer Zugarbeit vor dem Schlitten in einem Winter geleistet hat. Ein Leistungszertifikat erhält ein Hund nur dann, wenn er bei mindestens drei Rennen in einem Winter im Zeitlimit der ersten Drei plus 10% liegt. Dafür gültig sind nur bestimmte Rennen mit festgelegter Anzahl von Startern und festgelegter Streckenlänge.

    Alle unsere Zuchthunde haben ihr Leistungszertifikat bei Distanzrennen erreicht.

  • Formwertnote
    (Feststellung des standardgemäßen Phänotyps)

  • Die Hunde müssen von einem nationalen VDH-Zuchtrichter bei einer Zuchtschau mit mindestens "sehr gut" oder "vorzüglich" bewertet werden. Hunde mit Formwertnote "gut" erhalten eine eingeschränkte Zuchtzulassung, sofern sie ein Leistungszertifikat erreicht haben.

  • HD-Untersuchung

  • Die HD-Untersuchung wird bei Dr. Hartung (HD-Zentrale) ausgewertet. Hunde mit dem Befund A oder B erhalten uneingeschränkte Zuchtzulassung. Hunde mit dem Befund C erhalten die Erlaubnis für einen Wurf, mit Nachzuchtbeurteilung (Untersuchung aller Nachkommen).

  • Augenuntersuchung

  • Seit 2005 ist die Augenuntersuchung in unserem Zuchtverein obligat. Wir haben alle unsere Hunde schon vorher freiwillig untersuchen lassen. Von der Zucht ausgeschlossen sind Hunde mit erblichen und schweren Augenerkrankungen wie Katarakt, Glaukom, PRA, usw.
    Welpenaufzucht

    Unsere Welpen kommen im Wurfzimmer im Haus auf die Welt. Dort bleiben sie mit ihrer Mutter für 3-4 Wochen. Danach ziehen sie in den geräumigen Welpenzwinger um. Erzogen werden sie von Mutter, eventuell Vater (falls in unserem Besitz), Onkels und Tanten. Hunde sozialisieren ihre Artgenossen besser als jeder Mensch! ... naja, wir bringen ihnen natürlich noch so banale Dinge wie beispielsweise "Sitz" bei (bevor sie sich auf das Futter stürzen).

    Mit 10 Tagen werden die Welpen erstmals mit einem milden Präparat entwurmt. Die optimalen Entwurmungsintervalle sind bei Welpen mindestens 14tägig. Es gab auch schon Sommer, da mussten wir fast wöchentlich entwurmen.

    Die Welpen werden übrigens bis zur Wurfabnahme jeden Tag gewogen, eine Stagnation des Gewichts kann u. a. auf Wurmbefall hinweisen.



    Die erste Impfung (Grundimmunisierung) erfolgt in der 8. Lebenswoche. Gleichzeitig bekommen die Welpen einen Mikrochip implantiert, diese Identität wird auch in den Papieren eingetragen und in der Datenbank des Zuchtvereins gespeichert. Die zweite Impfung erfolgt innerhalb von 2-4 Wochen nach der Grundimmunisierung.

    Zwischen der 10. und 12. Lebenswoche erfolgt die Wurfabnahme durch einen ausgebildeten Zuchtwart. Dieser überprüft erneut die Haltungsbedingungen, die Gesundheit und Konstitution der Welpen, die Konstitution der Mutterhündin, die rassetypischen Merkmale der Welpen. Die einzelnen Welpen werden begutachtet: Korrektes Gebiss, artgerechtes Fell, Ungezieferbefall, Wirbelsäule und Rute in Ordnung, Wolfskrallen dürfen nicht vorhanden sein, artgerechtes Wesen, bei Rüden müssen beide Hoden vorhanden sein.

    >> Lassen Sie sich vom Züchter immer
          den Zuchtwartbericht vorlegen!


    Die Abgabe der Welpen erfolgt frühestens mit 12 Wochen. Das garantiert Ihnen eine abgeschlossene artgerechte Sozialisierung und Welpen mit ausreichendem Impfschutz.